Gutscheine für Mitarbeiter

Mit einem monatlichen Gutschein kann man seinen Mitarbeitern etwas Gutes tun ohne dass Steuern und Sozialversicherung fällig werden. Doch seit Anfang des Jahres gibt es für Arbeitgeber einiges zu beachten.

 

Bei 450 Euro-Kräften ist besonders auf Uberstunden und Urlaubsanspruch zu achten. Nach dem Bundesurlaubsgesetz hat der Arbeitgeber dafür Sorge zu tragen, dass sei  Arbeitnehmer den gesetzlichen Urlaubsanspruch auch nehmen. Dies ist schriftlich zu dokumentieren. Grundsätzlich verfällt der Urlaubsanspruch, wenn der Arbeitnehmer diesen nicht bis zum 31.3. des Folgejahres oder bei Langzeitkranken spätestens nach 15 Monaten geltend macht. Achtung: Nach aktueller Beispiel: Rechtsprechung, muss der Arbeitgeber vorher den Arbeitnehmer am besten schriftlich aufmerksam machen. Tut er dies nicht, verfällt der Anspruch nicht. Gewährt der Arbeitgeber dem Arbeitnehmer grundsätzlich den gesetzlichen Urlaubsanspruch nicht, so ist er schadensersatzpflichtig. Der Schadensersatzanspruch besteht zunächst in Anspruch auf Freistellung. Ist dies nicht möglich, dann in Form von Abgeltung. 

Neben den Ansprüchen, die der Arbeitnehmer geltend macht, wird nun auch von Seiten des Gesetzgebers im Rahmen der Mindestlohneinhaltung geprüft. Wird der Mindestlohn während des gesetzlichen Urlaubs nicht bezahlt, so wird das Mindestlohngesetz nicht eingehalten und nicht unerhebliche Strafen von Seiten des Zolls drohen. Neben der Nachzahlung des Mindestlohns & den Vertragsstrafen sind nun noch zusätzlich die Lohnsteuer- & Sozialversicherungsnachzahlungen zu beachten. Und dass diese Nachzahlungen bereits bei einer 450 Euro-Kraft heftig sind, zeigt das Beispiel unterhalb des grünen Balkens .

 

3.000,- €

kann die Nachzahlung für eine 450 €-Kraft für ein Jahr kosten.

 

Beispiel:

Im Juni 2022 wird für den Zeitraum 2021 eine Betriebsprüfung im Hinblick auf die Einhaltung des Mindestlohns vorn Zoll durchgeführt. Hierbei wird aufgedeckt, dass für eine Arbeitnehmerin alles ordentlich im Sinne des Mindestlohngesetzes dokumentiert wurde, sie aber nur nach den tatsächlich erbrachten Stunden vergütet wurde. Bezahlter Urlaub wurde ihr nicht gewährt. Sie erhält einen Stundenlohn von IO €/Stunde. Sie war das komplette Jahr auf 450 €-Basis(= 12 x 450 € = 5.400 €) angestellt. Krank war sie in diesem Jahr nicht, allerdings hat sie für die Feiertage (IO Stück) auch keine Bezahlung erhalten.

Ergebnis:

Aufgrund dessen, dass sie keine Vergütung während ihres Urlaubs und der Feiertage erhalten hat, wurde der Mindestlohn nicht eingehalten. Hieraus ergeben sich durch die Aufdeckung im Rahmen der Betriebsprüfung eine Nachzahlung von rund 3.000 € zuzüglich einer Strafe vorn Zoll.

 

Mein Tipp:

"Der Arbeitgeber hat laut Gesetz dafür Sorge zu tragen, dass seine Arbeitnehmer den gesetzlichen Urlaubsabspruch auch in Anspruch nehmen."