Umsatzsteuer - Salto rückwärts ab 1.1.2021

Ab Anfang kommenden Jahres gelten wieder die alten Steuersätze. Allerdings gilt es auch hier, viele Aspekte zu berücksichtigen Eine Übersicht.

Zum 1.1.2021 müssen alle Kassen wieder neu programmiert werden. Hierbei ist Folgendes wichtig:

  • Steuersätze:
    Grundsätzlich gelten wieder wie bisher für:
    Grundnahrungsmittel:   5% → 7%
    Getränke:                         16% → 19%
    Naturkosmetik:               16% → 19%
    weitere Produkte:           16% → 19%

  • Gastro- und Bistroumsätze:
    Hier gilt bis 30.6.2021:
    Mahlzeiten:                     5% → 7%
    Getränke:                       16% → 19%
    Ab 1.7.2021:
    Mahlzeiten:                     7% → 19%
    Getränke:                       19% → 19%

  • Wareneingangsrechnungen
    Bei der Entscheidung, welcher Steuersatz zur Anwendung kommt, ist ausschlaggebend, wann die Verfügungsmacht an der Ware erworben wurde. Bei Lieferungen gilt dies mit Beginn der Lieferung. Beispiel: Spedition übernimmt die Ware am 31.12.2020 vom Lieferanten, liefert sie aber erst am 2.1.2021 an, gelten die alten Steuersätze. Erhalten Sie eine Rechnung über die ab 1.1.2021 wieder geltenden Steuersätze, dürfen Sie dennoch nur die Vorsteuerbeträge in Höhe der 5 bzw. 16 Prozent geltend machen. Die Differenz geht zu Ihren Lasten. Fordern Sie eine korrigierte Rechnung an!

  • 7%

    beträgt die Steuer auf Grundnahrungsmittel ab 1.1.2021.


  • Dauerleistungsrechnungen / Mietverträge / Abos / Mitgliedsbeiträge etc.
    Auch diese werden ab dem 1.1.2021 wieder angepasst. Sollten Sie Daueraufträge wieder erhöhen, achten Sie darauf, dass Sie auch entsprechend geänderte Rechnungen vorliegen haben. Nur so haben Sie einen Anspruch auf das Geltendmachen des höheren Vorsteuerabzugs.

  • Pfand:
    Grundsätzlich stellt Pfandrücknahme eine Entgeltsminderung dar. Wird Pfand bis einschließlich 31.3.2021 zurückgenommen, ist hierauf eine Umsatzsteuer von 16 Prozent anzuwenden. Es ist jedoch möglich, einen Antrag beim Finanzamt zu stellen, dass Sie bereits ab 1.1.2021 den Steuersatz von 19 Prozent anwenden dürfen.

  • Jahresboni:
    Grundsätzlich ist zu ermitteln, welcher Anteil des Bonus in welchen Zeitraum entfällt. Hier können die Umsätze als Aufteilungsmaßstab genommen werden. Aus Vereinfachungsgründen können auch pauschal 7 bzw. 19 Prozent für alles genommen werden. Voraussetzung: Diese Handhabung muss beim Lieferanten und Warenempfänger identisch erfolgen

  • Preiserstattungsgutscheine:
    Guthaben aus Preiserstattungsgutscheinen werden bis einschließlich 28.2.2021 noch dem alten Steuersatz 16 bzw. 5 Prozent zugerechnet.

  • Bauleistungen:
    Ausschlaggebend ist, wann die Bauleistung abgenommen wurde. Wurde diese etwa im Herbst 2020 begonnen und die Bauabnahme erfolgt am 5.1.2021, so kommt der Steuersatz von 19 Prozent zur Anwendung. Durch eine schriftliche Vereinbarung und einer Abnahme der Teilleistung noch im Jahr 2020 kann man erreichen, dass für diesen Teilbereich der alte Steuersatz zur Anwendung kommt.

Mein Tipp:

Kaum wurden die Steuersätze mit einem 'Wums' nach unten geschraubt, geht's ab dem 1.1.2021 schon wieder zurück.