Schwangerschaft und Elterngeld

Die vorzeitige richtige Steuerklassenwahl führt zu einem erheblich höheren Elterngeld. Leider nutzen die Wenigsten dieses Potenzial.

 

Auch wenn es für manchen Arbeitgeber ein Reizthema ist, so steckt in dem Thema Schwangerschaft doch Potenzial. Insbesondere wichtige Arbeitnehmerinnen sollte man auch während der Schwangerschaft und Elternzeit an das Unternehmen binden. Deshalb sollte der Arbeitgeber auf die Möglichkeit des Elterngeldes hinweisen - spätestens beim Bekanntwerden einer Schwangerschaft.
Im Juni dieses Jahres hat der Bundesrat einem Gesetz zugestimmt, das nun ab 2019 eine steuerliche Förderung durch Sonderabschreibung im Mietwohnungsbaumarkt vorsieht.

Das Elterngeld liegt grundsätzlich bei 67 Prozent (ab 1.240 Euro Nettoeinkommen bei 65 Prozent) des bisherigen Nettogehalts der vergangenen zwölf Monate vor der Geburt des Kindes. Da die Basis für die Berechnung des Elterngeldes das Netto- und nicht das Bruttogehalt darstellt, ist eben dieses vor der Elternzeit zu optimieren.

 

67%   des Nettogehalts der letzten zwölf Monate beträgt das Elterngeld grun dsätzlich.

Wie kann man das Elterngeld optimieren?

Als Bemessungsgrundlage für das Elterngeld gilt das relativ am längsten bezogene erzielte Nettoeinkommen der letzten zwölf Monate vor der Geburt. Durch geschickte Steuerklassenwahl kann das Nettogehalt enorm gesteigert werden und somit auch wiederum die Bemessungsgrundlage fürs EIterngeld. Bedingt dadurch, dass oftmals die Ehemänner ein höheres Einkommen haben, wird ihnen auch die günstigere Steuerklasse zugeteilt. Dies sollte man aber spätestens bei Kinderwunsch überdenken. Dann sollte nämlich die Frau die bessere Steuerklasse erhalten. Dies führt zu einer effektiven Erhöhung des Elterngeldes. Der momentane Steuernachteil aus der Steuerklassenwahl (Besserverdiener hat schlechtere Steuerklasse) wird im Rahmen der Einkommensteuererklärung ausgeglichen und führt effektiv zu keinem Nachteil.

 

WICHTIG:

Ausschlaggebend für die Elterngeldberechnung ist die Steuerklasse, die in der überwiegenden Zahl der Monate zur Anwendung kam, also in der Regel mindestens sieben Monate.

 

BEISPIEL:

Das folgende Beispiel soll die finanzielle Auswirkung des Elterngelds und der zusammenhängenden Steuerklassenwahl über einen Zeitraum von zwölf Monaten verdeutlichen:

Die Arbeitnehmerin bezieht ein Bruttogehalt von 1.500 Euro im Monat. Nach ihrer Schwangerschaft geht sie für zwölf Monate in Elternzeit. Da ihr Mann wesentlich mehr verdient, hat sie aktuell die Steuerklasse V. Ihr Nettogehalt beläuft sich somit auf rund 900 Euro.

 

Es ergibt sich daraus ein Elterngeld von rund 603 Euro x 12 Monate = 7.236 Euro.

Hätte sie die letzten zwölf Monate vor der Geburt die Steuerklasse III gehabt, würäe sich folgendes Elterngeld ergeben:

1.200 Euro Netto x 67 Prozent= 804 Euro x 12 Monate = 9.648 Euro.

Plus 2.412 €   Insgesamt ergibt sich somit ein höheres Elterngeld von 2.412 Euro.

 

Dies ist für die Arbeitnehmerin bares Geld. Und das Beste: Den Arbeitgeber kostet das Mehr an Elterngeld keinen Cent.

 

Mein Tipp:

„Der Steuerklassenwechsel sollte spätestens direkt bei Beginn der Schwangerschaft vorgenommen werden, nur so kommt man in den Genuss des höheren Elterngeldes."