Verkauf von Gutscheinen

Gutscheine im Einzelhandel sind eine Moglichkeit um Liquiditat zu schaffen ohne zeitnahen Wareneinsatz zu haben. Seit i. Januar hat sich der Gesetzgeber im Hinblick auf die Umsatzsteuer Neuerungen einfallen lassen.

 

Bisher wurde im Hinblick auf die umsatzsteuerliche Behandlung unterschieden, ob ein Gutschein uber einen Geldwert Oder uber eine konkrete Ware Oder Dienstleistung ausgestellt wurde. Der Wertgutschein war als Zahlungsmitteltausch umsatzsteuerfrei. Beim Verkauf eines Gutscheins liber eine Leistung Oder Ware musste beim Verkauf des Gutscheines die Umsatzsteuer abgeführt werden.

 

Gutscheine über prozentuale Nachlasse fallen nicht unter diese Thematik. Sie reduzieren wie bisher bei Einlösung an der Kasse den Umsatz.

 

Seit 1. Januar wird nicht mehr unterschieden nach Wert- Oder Warengutschein, der Gesetzgeber unterscheidet nach Einzweck- Oder Mehrzweckgutscheinen.

 

Der Einzweckgutschein

Ein Einzweckgutschein liegt dann vor, wenn bereits zum Zeitpunkt des Verkaufs alle Informationen vorliegen, die benotigt werden, um die umsatzsteuerliche Behandlung der Umsatze mit Sicherheit bestimmen zu konnen. Dies sind folgende:

• Leistungsort (Information Inland istausreichend)
• Hohe Umsatzsteuersatz.

Hier ist die Umsatzsteuer direkt fallig. Wird der Gutschein gegen Entgelt zuriickgenommen, so ist die Umsatzsteuer wieder zu korrigieren.

 

Der Mehrzweckgutschein

Alle Gutscheine, die nicht unter die Definition Einzweckgutschein fallen, sind automatised Mehrzweckgutscheine. Hier gilt wie beim bisherigen Wertgutschein, dass Geld gegen Gutschein getauscht wird und die Umsatzsteuer erst bei Einlbsung des Gutscheins fallig wird. Werden Gutscheine nicht eingelost, so werden die Gutscheine als Ertrag ausgebucht. Beim Einzweckgutschein bleibt es trotz mangelnder Warenlieferung jedoch bei der Umsatzsteuerbelastung. Beim Mehrzweckgutschein kann der Ladner den Ertrag ohne Umsatzsteuer vereinnahmen.

Beispiele fur Gutscheine und deren Behandlung:

• Ein Naturkosthandler mit Lebensmitteln und Kosmetik stellt einen Gutschein über 50 Euro aus. Nachdem zum Ausstellungszeitpunkt zwar der Leistungsort Inland bekannt ist, jedoch noch nicht der endgliltige Steuersatz, liegt ein Mehrzweckgutschein vor. Die Umsatzsteuer ist erst bei Einldsung des Gutscheines abzufiihren.
• Ein Naturwarenhandler (ohne Lebensmittel) stellt einen Gutschein über 50 Euro aus. Nachdem der Handler in seinem Laden ausschließlich Produkte mit einem Steuersatz von 19 Prozent verkauft, sind zum Zeitpunkt des Gutscheinverkaufs sowohl Leistungsort (Inland) als auch anwendbarer Steuersatz (19%) bekannt. Dies bedeutet, dass bereits beim Verkauf des Gutscheins die Umsatzsteuer in Hohe von 7,98 Euro abzuführen ist. • Es wird ein Gutschein über keine konkrete Kosmetikbehandlung im Wert von 50 Euro ausgestellt. Nachdem sowohl Leistungsort (Inland) als auch der Steuersatz (19%) bei Ausstellung des Gutscheins bekannt sind, handelt es sich hierbei um einen Einzweckgutschein. Die Umsatzsteuer ist sofort abzuführen.

 

 

Mein Tipp:

„Schreiben Sie auf Ihre Gutscheine Einzweckgutschein Oder Mehrzweckgutschein. So wissen Sie spater, wie Sie die Gutscheine untsatzsteuerlich behandelt haben."